Am 26.September
erfolgte in den Böllinger Höfen der Spatenstich für unser neues Tierheim. Damit ist der Startschuss für das wichtigste Bauprojekt in der jüngeren Vereinsgeschichte gefallen. Bis es allerdings soweit war, mussten im Laufe der letzten vier Jahre viele Hürden genommen werden.
Zuerst einmal wurde natürlich innerhalb des Tierschutzvereins intensiv darüber diskutiert, welche Lösungsansätze es für die desolate bauliche Situation des Heilbronner Tierheims gibt.

2009 haben wir dann zum ersten Mal auf dem Kiliansplatz die Öffentlichkeit über Situation informiert und danach bei vielen Aktionen und Medienauftritten immer wieder die Notwendigkeit eines Neubaus oder einer Sanierung unterstrichen.Nachdem sich die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit für einen Neubau ausgesprochen hat wurde zusammen mit unserem Architekten ein Konzept erarbeitet, welches bei der Stadt Heilbronn und den Vertretern der Gemeinden vorgestellt und diskutiert wurde.
Laut dem Kostenvoranschlag von 2009 belaufen sich die Baukosten auf vier Millionen Euro brutto. Mit unserem Ansinnen eines Tierheimneubaus stießen wir auf eine breite Resonanz in der Öffentlichkeit, was nicht zuletzt der große Erfolg auf den Spendenaufruf in der Heilbronner Stimme zeigte. Ebenso bekamen wir das Vertrauen der Landkreisgemeinden und der Stadt geschenkt, die den Neubau mit mehr als 2,5 Millionen Euro bezuschussen. Das Grundstück ist im Mai 2012 in unserem Besitz übergegangen. Ebenso liegen uns nun die Bewilligungsbescheide der Stadt Heilbronn sowie die der Gemeinden vor.

Das dem Verein von der Stadt zur Verfügung gestellte Grundstück ist mit 1,76 ha Größe fast drei Mal so groß wie die Fläche, die uns momentan zur Verfügung steht. Allerdings dürfen aufgrund diverser Auflagen lediglich 7200m2 letztendlich bebaut werden. Zudem dürfen die Geländeabschnitte, die weiter als 60 Meter von der Straße entfernt sind, sowie der Teil des Grundstückes, durch den eine Gasversorgungspipeline läuft, ebenfalls nicht bebaut werden, so dass die Gebäude auf dem vorderen Geländeabschnitt entlang der Straße geplant wurden.

Das Bürogebäude ist als einziges Gebäude zweigeschossig. Rechts davon schließen sich der Tierarztbereich und die Katzenquarantäne an. Den Abschluss bildet daneben das Wirtschaftsgebäude, wo Streu und Futter angeliefert werden können und sich die Abfallbehälter befinden. In zweiter Reihe liegen das Kleintier– und Katzenhaus, daneben - durch einen Weg getrennt - das Hundehaus. Ein kleiner Teich ist ebenfalls geplant. Er soll unter anderem eine neue Heimat für die immer häufiger abgegebenen Wasserschildkröten bilden.
Sobald ein geeignetes Konzept für die Handhabung scheuer Katzen vorliegt, wird versucht, auch diesen Tieren gerecht zu werden, unter Umständen in einem kleinen, separaten Außengehege.

Da wir erst nach Ablauf unserer Bauplanungen die Information bekamen, dass sich das Gebiet in einem Wasserschutzgebiet befindet, mussten wir die Anordnung der Ausläufe und Gebäude nochmals ändern, um der Auflage, alles Regenwasser in Mulden aufzufangen, gerecht werden zu können. Laut Gutachten muss  verhindert werden, dass Regenwasser über Ausläufe hinweg in Richtung der Quellen läuft und dort versickert. Bei der Berechnung der Muldengrößen musste durch Auflagen vom „Worst-Case-Szenario“ ausgegangen werden. Im Klartext: Es wurde die maximale Niederschlagsmenge angenommen, die bei einem so genannten „Jahrhundertregen“ bei gleichzeitig tiefgefrorenem Boden, fallen könnte. Auch wenn dieser Fall wahrscheinlich nie auftreten wird, wurde er zur Grundlage der Muldengrößenberechnung gemacht. Dies ging stark zu Lasten der Hundeausläufe. Diese fallen nun bedeutend kleiner als ursprünglich geplant aus. Hinzu kommt, dass die Hundeausläufe nun terrassiert angelegt werden müssen, um Bodenerosionen bei starken Niederschlägen vorzubeugen.

Seit dem Frühjahr haben wir die Verträge mit den Ingenieuren, die sich um die Planungen der Elektrik, der Heizung und um die Außenanlagen kümmern, abgeschlossen. Ebenso wurde die wichtige Frage der umsatzsteuerlichen Behandlung zu unseren Gunsten durch eine verbindliche Auskunft des Finanzamtes geklärt.

Somit belaufen sich die bereinigten Bruttobauwerkskosten auf 3.527.395 Euro. 1,216 Millionen Euro trägt die Stadt Heilbronn, die Landkreisgemeinden steuern 1,347 Millionen Euro bei. Somit muss der Tierschutzverein einen Anteil von 963.349 Euro aufbringen. Vorausgesetzt, dass die 2009 erarbeiteten Plankosten, die nicht an Preissteigerungen angepasst wurden, eingehalten werden. Weitere Kosten kommen auf den Tierschutzverein in Form der Inneneinrichtung zu, die wir mit 150.000 Euro angesetzt haben, sodass sich ein Gesamtinvestitionsvolumen von 1,113 Millionen Euro ergibt.
Es ist geplant, diesen Anteil aus den vorhandenen zweckgebundenen Spenden, die aktuell bei 535T€ liegen und dem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, das 100T€zugesagt hat, zu finanzieren. Die sich ergebende Finanzierungslücke soll über Erbschaften und die gespendeten Eigenleistungen von Handwerkern geschlossen werden
Wir danken allen Spendern, die uns bislang unterstützt haben und benötigen auch weiterhin jede Hilfe, die wir bekommen können, um dieses große Projekt umzusetzen und damit für unsere Tiere bessere Lebensbedingungen schaffen zu können.
Dabei können Sie uns auf ganz unterschiedliche Weise helfen:
Sie können uns mit Spenden für einzelne Zaunelemente, Hundehütten, große Zwinger oder Edelstahlboxen für die Katzenquarantäne helfen. Genauso wichtig sind Bargeldspenden. egal in welcher Höhe. Es gilt das Motto: Jeder Cent zählt und hilft! Auch Bäume müssen gepflanzt werden, der OP- Raum benötigt genau wie das Büro, das Zimmer der Jugendgruppe sowie die Wasch- und Futterküche eine neue Ausstattung. Über den Betrag erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.
Betriebe, die uns mit unentgeltlichen Arbeiten dabei helfen wollen, den Eigenanteil an den Neubaukosten zu senken, sind herzlich willkommen und werden dringend benötigt. Einige Unternehmen und Privatleute haben bereits im Vorfeld ihre Hilfe zugesagt.

Die Bauphase wird voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen, so dass wir im Moment davon ausgehen, dass wir Ende 2013 oder Anfang 2014 mit den Einrichtungsarbeiten und den Umzugsplanungen beginnen können.
Wir alle hoffen auf ein gutes Gelingen des Projekts!